Was tun bei Schlafstörungen?

verfasst von Ulrike Völker

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Guten Abend, gut’ Nacht, mit Rosen bedacht, mit Näglein besteckt, schlupf unter die Deck’: Morgen früh, wenn Gott will, wirst du wieder geweckt.
— Johannes Brahms (1. Strophe "Wiegenlied")

Was aber tun, wenn es keine gute und erholsame Nacht wird, sondern Sie ruhelos auf den Morgen warten? Ein guter und ausreichender Schlaf ist die Voraussetzung, um unsere körperlichen und geistigen Energien wieder herzustellen.

Können wir nicht ausreichen Ein- und Durchschlafen, werden wir reizbar, müde, unausgeglichen und leiden unter Konzentrationsstörungen. Wir fällen häufiger Fehlurteile, es fehlt die Freude am Leben sowie die Motivation für Kreativität. Aber auch für ein gesundes Körpergewicht ist ausreichender Nachtschlaf unerlässlich.

Ursachen für Ein- und Durchschlafstörung

Einer der Hauptgründe für einen schlechten Schlaf ist im Rückgang der Hormone zu suchen. Hitzewallungen und Nachtschweiße werden von Neurotransmitterveränderungen im Gehirn ausgelöst, die teilweise aus einem schwankenden Östrogenspiegel resultieren oder durch ein starkes Ungleichgewicht zwischen Östrogen- und Progesteronspiegel bedingt sind. Hitzewallungen werden aber nicht nur durch einen schwankenden Hormonspiegel ausgelöst, auch Stress, Angstgefühle und ungelöste Konflikte tragen dazu bei. Aber auch Schilddrüsenprobleme und Stress wirken sich auf unsere Schlafqualität aus.

Melatonin – das Schlafhormon

Melatonin sorgt dafür, dass wir gut ein- und durchschlafen. Drüber hinaus reguliert es unseren Tag-Nacht-Rhytmus. Für eine gesunde und natürliche Melatoninbildung braucht es tagsüber Sonnenlicht und nachts komplette Dunkelheit. Dunkelheit fördert die Bildung das Schlafhormons. Tageslicht oder künstliches Licht hemmen die natürliche körpereigene Melatoninausschüttung. Zudem bewirkt Melatonin , dass viele unserer Stoffwechselvorgänge zurückgefahren werden und die Körpertemperatur sinkt. Es ist ein Hormon mit starker antioxidativen Wirkung und damit auch ein Anti-Aging-Hormon.

Wann tritt ein gestörter Melatoninspiegel auf?

Neben den Schwankungen im Hormonhaushalt sind Stress, Schichtarbeit oder Jetlag für einen schwankenden Hormonhaushalt verantwortlich. Während der Wechseljahre wird die Bildung von Melatonin immer mehr zurückgefahren.

Zusätzlich können Medikamente wie Schmerzmittel, Anti-Depressiva, Schlaftabletten, Beta-Blocker, Alkohol, Kaffee und ein Mangel an Mikronährstoffen wie Magnesium sowie die wichtigen B-Vitamine die Melatoninproduktion beeinträchtigen.

Was tun bei gravierender Schlafstörung?

Bei starken Schlafproblemen, Ein- und Durchschlafstörungen oder auch starken Nachtsorgen, die uns als Hamsterrad erscheinen, hilft gegebenenfalls nur die Ergänzung des Schlafhormons Melatonin.

Lassen Sie ihren Melatoninstatus durch einen Hormonspeicheltest bestimmen und beraten Sie gemeinsam mit einem fachkundigen Arzt oder Therapeuten, wie Sie den Melatoninhaushalt durch naturidentischen oder homöopathische Mittel ausgleichen können. Diese Wirkung unterscheidet sich sehr deutlich von Schlafmitteln, deren dämpfende Wirkung auf das Gehirn zu Schwindelgefühlen führen kann und die auf Dauer abhängig machen.

Tipps für einen besseren Schlaf

  • Achten Sie auf Ihre eignen Bedürfnisse. Viele Frauen stellen in den Wechseljahren fest, dass die Schlafmenge, die vor ein oder zwei Jahren vollkommen genügte, jetzt nicht mehr ausreicht. Es ist sehr wichtig, diese eigenen Bedürfnisse zu kennen und zu achten und sich damit die ausreichende Ruhe zu verschaffen, die Sie brauchen.

  • Lindern Sie Hitzewallungen und Schweißausbrüche, damit der Schlaf nicht unterbrochen wird.

  • Verbannen Sie Fernseher, Handy und Tablet aus Ihrem Schlafzimmer. Das blaue Licht stört beim einschlafen. Zudem haben elektromagnetische Felder, Elektrosmog und Wasseradern Einfluss auf den Schlaf und die Hormonbildung. Schalten Sie nachts auch den WLAN-Router aus.

  • Sorgen Sie für frische Luft im Schlafraum. Beachten Sie hier Ihre eigenen Bedürfnisse.

  • Meiden Sie emotional belastende Diskussionen und schwierige Telefonate kurz vor dem Schlafengehen. Sorgen, Stress, Diskussionen und chronischer Stress erschöpfen die Nebennieren und beeinträchtigen durch vermehrte Bildung des Stresshormons Cortisol einen gesunden Schlaf.

  • Ein Spaziergang am Abend fördert guten Schlaf.

  • Essen Sie abends nur wenig, um den Körper nicht mit unnötiger Verdauungsarbeit zu belasten.

  • Sorgen Sie für eine gute Matratze und lassen Sie sich fachkundig beraten.

  • Lassen Sie ihren Schlafraum zu einem Ort der Ruhe und Entspannung werden. Ein Bügelbrett und ungebügelte Wäsche bringen Unruhe in den Raum und lassen Sie nicht zur Entspannung finden.

Natürlich Schlafhilfen

  • Melatonin: der individuelle Bedarf variiert zwischen 0,2 bis 10mg täglich. Melatonin in Kapsel oder Tablettenform sollte kurz vor dem Schlafengehen eingenommen werden. Lassen Sie sich beraten und ggf. einen Hormon-Speicheltest durchführen.

  • Homoöpatisch: Melatonin D4, abends 5 Globuli unter die Zunge legen.

  • 5-HTP: es handelt sich um die direkte Vorstufe von Serotonin und wird noch besser verarbeitet als Tryptophan. Empfehlenswert ist die gemeinsame Einnahme mit Vitamin B12. Beides sorgt für einen gesunden Schlaf und gleicht das Stressgeschehen im Körper aus

  • GABA ist ein Neurotransmitter, der indirekt die Stimmungslage beeinflusst und sich beruhigend auf stressbedingte Einschlafstörungen auswirkt. Es wirkt bei nächtlichen Panikattacken und akuten Angstzuständen.

 

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