Inkontinenz – Hinter vorgehaltener Hand

verfasst von Ulrike Völker

Bildnachweis: Ivan-balvan

Die Harnblase verdient unsere besondere Beachtung. Wenn jemand mit 80 oder 90 Jahren eine „schwache Blase“ hat, ist das immer im Bereich der Nachvollziehbarkeit. Doch das „peinliche Thema“ betrifft leider auch viele jüngere Menschen. Harninkontinenz – im Volksmund auch Blasenschwäche genannt – ist das Unvermögen, willentlich zur passenden Zeit und an einem geeigneten Ort, die Blase zu entleeren. Sie kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein und ist eine häufige Erkrankung, die zirka 50% aller über 50-jährigen Frauen betrifft und wird noch immer oft als „Tabuthema“ gesehen.

In der Lebensmitte geht der Verlust der hormonellen Unterstützung für Scheide und untere Harnwege oft mit dem Verlust an Spannung der Beckenbodenmuskulatur einher. Infolgedessen kommt es bei vielen Frauen zu Problemen mit dem Harnsystem, die vom unwillkürlichen Harnabgang beim Husten oder Niesen bis zu wiederholten Harnwegsinfektionen oder bis hin zum Gebärmuttervorfall (Prolaps) reichen. Dieser kann erblich sein und kommt verstärkt in der Lebensmitte vor. Die Verringerung der Östrogene kann sich auf den Tonus des Blasenschließmuskels auswirken und ist, ebenso wie jede Entbindung, eine Prüfung für den Beckenboden.

 

Formen der Inkontinenz

Belastungsinkontinenz oder Stressinkontinenz

Stressinkontinenz entsteht durch Druckerhöhung im Bauchraum (Husten, Lachen, heben von schweren Lasten). Es kann zu einer Insuffizienz des Schließmuskelapparates, in schweren Formen bereits im Gehen oder Liegen kommen.

Dranginkontinenz

Dranginkontinenz ist ein plötzlicher Harndrang, insbesondere auch bei geringer Blasenfüllung. Dieser zwingt oft zum sofortigen aufsuchen einer Toilette. Die Drangsymptomatik kann nicht hinausgezögert werden, es kann zu unwillkürlichen Harnabgang führen.

Blasenschwäche

Blasenschwäche tritt als Folge von Schwangerschaften, Geburten und vor allem im Alter auf. Auch Entzündungen der Harnwege, oder Harnleiter - bzw. Blasensteine können Ursache sein. Bei Frauen während der Menopause tritt eine Inkontinienz in Folge eines Östrogenmangels auf. Im höheren Alter wird dies oft von einer Bindegewebsschwäche begleitet.

Überlaufinkontinenz

Symptome einer Überlaufinkontinenz sind plötzlicher Harnverlust und die Unfähigkeit, die Blase vollständig zu entleeren.

Reflexinkontinenz

Reflexinkontinenz ist eine Form der Harninkontinenz, die auch als neurogene Harninkontinenz bezeichnet wird. Dabei kommt es zu einer reflexhafteren Entleerung der Blase.

 

Kann ich selbst etwas tun?

Hilfe und Unterstützung im Alltag

  • Lassen Sie einen Hormontest durchführen

  • Beckenbodentraining

  • Trinkverhalten anpassen ( ausreichend Trinken) um die Blase zu trainieren

  • Geeigneter Sport

  • Einnahme von Medikamenten oder von naturheilkundlichen Mitteln

  • Operative Eingriffe (spannungsreichen Bänder wie TVT tensiden-free Vaginal tape)

  • Wenig Alkohol, Zucker und Süßstoffe, säurehaltiges Obst und scharfe Gewürze

Bei Inkontinenz durch Husten, Niesen und Lachen

Problem: extremer Druck auf den Beckenboden
Richtig: Kopf und Oberkörper zur Seite drehen

Durch das Anspannen des Muskelkorsetts stabilisiert sich der Rumpf durch die Rotation. Der Druck nach „unten“ (auf den Beckenboden) wird reduziert.

Wasserlassen

Durchschnittlich geht ein gesunder Mensch bis zu acht Mal am Tag auf die Toilette (je nachdem, wie viel Flüssigkeit eingenommen wird). Ein- bis zweimal pro Nacht Wasser zu lassen, gilt als normal. Im Laufe des Alters kann dies deutlich zunehmen.

  • Beine so weit wie möglich anwinkeln – wenn möglich, Füße auf einen Hocker stellen

  • Beckenboden und den ganzen Körper entspannen – „loslassen“

  • durchatmen – nicht drücken, pressen oder die Luftanhalten

Plötzlicher Harndrang (überaktive Blase)

  • ruhig bleiben

  • Beckenboden visualisieren

  • ausatmen und dabei den Beckenboden anspannen

  • ca. 1 Minute sitzen- oder stehenbleiben bis der Drang verschwindet

  • Gedanken auf etwas anderes lenken

  • ruhig zur Toilette gehen oder vorherige Aufgabe fortsetzten

  • vegetatives Nervensystem beruhigen (z.B. mit der Zunge entlang der Zahnrückseiten fahren)

  • kein Druck beim Entleeren der Blase aufbauen, Beckenboden locker lassen

Blasenentleerung beim Mann

Die Blasenentleerung sollte unbedingt im Stehen erfolgen. Das Gewicht sollte dabei auf die Fußballen verlagert werden, damit Druck auf den Nierenpunkt (Ting-Punkt) entsteht und sich durch die natürliche Gravitation die Statik des Beckens so justiert, dass er die Blase vollständig entleeren kann.

Übungen für den Alltag, die keine zusätzliche Zeit beanspruchen

  • Im Stehen gedanklich ein sehr „enge“ Hose anziehen. Diese Übung aktiviert den Beckenboden und die querverlaufende Bauchmuskulatur und entspannt die Lendenwirbelsäule, sowie die komplette Gegend des Iliosakralgelenks.

  • Im Stehen und Sitzen das Schambein zum Bauchnabel ziehen. Diese Übung kann am Schreibtisch, beim Gehen auf der Straße und beim Anstehen an der Kasse durchgeführt werden.

  • Im Sitzen auf der Stuhlkante beide Sitzhöcker wahrnehmen und gegeneinander verschieben, ohne das Becken groß zu bewegen.

Grundlegende Möglichkeiten bei Blasenschwäche in den Wechseljahren

  • Die Heilpilze Cordyceps sinensis und Grifola frondosa als Extrakt.

  • Unterstützt durch Einzel- und Komplexmittel aus der Homöopathie

Möglichkeiten bei Blasenstörung durch seelisch, psychische Ursachen

Hier unterstützen besonders die Heilpilze Cordyceps sinensis als Extrakt und Hericium erinaceus als Pulver. Sorgen Sie für eine ausreichende Vitamin-C-Versorgung durch die gepufferte Variante, sowie durch homöopathische Einzel- und Komplexmittel.

 

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